Peru


Nicht luxuriös. Nicht touristisch. Nicht weichgespült.

Sondern Amazonas, Pflanzenmedizin, Reinigung, Natur und Prozess.


Peru – Tamshiyacu, Amazonas

Peru, wie ich es kennengelernt habe, ist kein luxuriöses Retreat und kein touristisches Ayahuasca-Erlebnis.

Es ist einfach, heiß, unbequem, lebendig und manchmal herausfordernd bis an die Grenze. Genau darin liegt für mich ein Teil der Wahrheit dieses Ortes.

Tamshiyacu ist eine Siedlung am Amazonas, erreichbar von Iquitos aus mit dem Schnellboot. Von dort aus beginnt eine andere Wirklichkeit: weniger Komfort, weniger Ablenkung, weniger Kontrolle. Stattdessen Dschungel, Feuchtigkeit, Tiere, Dunkelheit, Rauch, Stimmen, Gesänge, Flusswasser, Holzfeuer und Prozesse, die sich nicht planen lassen.

Ich war dort mehrere Wochen und habe in dieser Zeit nicht nur verschiedene Orte und Menschen kennengelernt, sondern einen Zugang zu einer Form von traditioneller Pflanzenarbeit erlebt, die nichts mit spirituellem Konsum zu tun hat. Kein Event. Keine Show. Kein Wellnessprogramm. Sondern Natur, Einfachheit, Reinigung, Konfrontation und Vertrauen.

Was man dafür braucht, ist nicht viel.

Neugier, Vertrauen und eine Stirnlampe.

Ankommen im Amazonas

Die Reise beginnt in Iquitos. Von dort geht es mit dem Boot weiter nach Tamshiyacu. Schon diese Strecke verändert etwas. Die Stadt liegt hinter dir, und mit jedem Kilometer wird klarer, dass du dich nicht einfach an einen anderen Ort bewegst, sondern aus einem gewohnten Lebensgefühl heraustrittst.

Tamshiyacu und die Camps im Regenwald sind keine Orte des Komforts. Es gibt dort keine künstlich geschaffene Harmonie, keine hübsch verpackte Exotik und keinen Luxus, der die Realität weichzeichnet. Das Wasser ist braun und voller Schwebstoffe. Gewaschen wird mit Seifenblock, Kelle und Eimer. Duschen sind einfach. Toiletten ebenso. Gekocht wird auf offenem Feuer. Strom ist begrenzt. Teilweise gibt es nur kleine Solarzellen, um eine Powerbank zu laden. Kühlschränke gibt es nicht. In den Küchen bedienen sich nachts Insekten und Tiere an dem, was offen liegt. Überall ist Leben.

Die Gebäude sind aus Holz, erhöht gebaut, mit Palmblattdächern oder einfachen Materialien. Es gibt Hängemattenhäuser, kleine Schlafplätze mit Moskitonetzen, dunkle Tempelräume für die Zeremonien und offene Plattformen, auf denen vorab zusammengesessen, geredet, geraucht, Tee getrunken und gewartet wird. Manche Orte fühlen sich friedlich an, andere roh. Und beides gehört dazu.

Der Regenwald ist nicht nur schön. Er ist präsent.

Palmwedel krachen nachts zu Boden, als würde ein ganzer Baum brechen. Moskitos, Ameisen, Raupen, Kakerlaken, Heuschrecken, Kröten, Schlangen – alles ist real. Der Wald lebt, und er verändert jeden Tag die Bedingungen. Wer dort ist, spürt schnell: Natur ist hier keine Kulisse. Sie ist die eigentliche Gastgeberin.

Und trotzdem, oder gerade deshalb, liegt darin eine besondere Form von Ruhe.

Regen auf Palmblättern. Wind vor einem Gewitter. Das dunkle Atmen des Waldes in der Nacht. Das Trocknen der Haut in warmer Luft. Das Schaukeln eines einfachen Holzhauses im Sturm. Der Geruch von Rauch, Erde, feuchtem Holz und Flusswasser.

Es ist nicht luxuriös.

Aber es ist echt.

Pflanzenmedizin ohne touristische Verpackung

Während meiner Zeit in Tamshiyacu konnte ich an nicht-touristischen Ayahuasca-Zeremonien mit Menschen vor Ort teilnehmen. Begleitet wurde das von einem Curandero, also einem traditionellen Heiler, mit dem ich bis heute eng verbunden bin: Luis “Lucho – el colibrí” Panduro Bocanegra.

Diese Zeremonien hatten nichts Inszeniertes. Kein Bühnencharakter, kein spirituelles Design, kein „Erlebnisangebot“. Der Raum war dunkel, schlicht, fast leer. Vor Beginn wurde mit Mapacho gearbeitet, gebetet, gesegnet, geräuchert. Gesänge, Gebete, Naturbezug und die Anrufung der Kräfte gehörten selbstverständlich dazu. Unter jedem Platz standen Eimer. Es gab Wasser, Tücher, Dunkelheit, Atem, Übelkeit, Stille, Geräusche aus dem Wald und das Wissen, dass jeder Mensch dort seinen eigenen Prozess durchläuft.

Ayahuasca ist nicht gleich Ayahuasca.

Und eine Zeremonie ist nie wie die andere. Manche Reisen sind still, manche wild, manche klar, manche zutiefst konfrontierend. Es gibt keine Garantie auf Schönheit und keine Kontrolle über das, was auftaucht. Oft beginnt die Erfahrung körperlich: Wahrnehmung verändert sich, Farben und Bilder tauchen auf, der Körper reagiert, das Nervensystem öffnet sich, Übelkeit und Erbrechen können Teil des Prozesses werden. Viele Menschen sprechen von Heilung, aber was sie oft meinen, beginnt hier zuerst als Reinigung.

Für mich war das ein zentraler Punkt:

Peru war Reinigung auf eine Weise, die nichts mit Wellness zu tun hat.

Reinigung durch Reduktion. Durch Pflanzen. Durch Hitze. Durch Fasten. Durch Müdigkeit. Durch Konfrontation. Durch das Loslassen von Kontrolle.

Ein wichtiger Teil davon war auch die Dieta. Ich habe über einen längeren Zeitraum mit der Pflanze Chullachaqui Caspi gearbeitet, die mir dort als „el doctor de la selva“ beschrieben wurde – der Doktor des Regenwaldes. Die Dieta bedeutete: ein sehr einfacher Tagesrhythmus, nur eine Mahlzeit am Tag, keine Gewürze, kein Salz, kaum Reize, viel Rückzug und die regelmäßige Einnahme des Pflanzensuds. Der Körper wird schwach, der Kopf wird durchlässiger, und das, was sonst durch Aktivität oder Ablenkung verdeckt ist, wird spürbar.

Es gab Tage, da konnte ich kaum laufen. Ich wollte helfen, arbeiten, graben, Feuerholz machen, Beete anlegen, Saatgut einsetzen, Wasserläufe freilegen, mit dem Spaten im schweren Boden arbeiten. Und gleichzeitig war da ein Zustand von Schwäche, in dem ich lernen musste, nicht alles mit Kraft zu lösen. Auch das war Teil der Erfahrung.

Was in solchen Prozessen geschieht, lässt sich nicht sauber in Worte fassen.

Es gibt Visionen. Es gibt Erkenntnisse. Es gibt Angst. Es gibt tiefe Ruhe. Es gibt Widerstand. Es gibt Momente, in denen etwas Altes sichtbar wird, das man vorher nur unbewusst mit sich getragen hat. Nicht jede Zeremonie ist schön. Aber jede kann genau die Bewegung auslösen, die gerade nötig ist.

Und manchmal bleibt am Ende gar kein „großes spirituelles Fazit“, sondern etwas sehr Einfaches:

mehr Ehrlichkeit, mehr Naturbezug, mehr Demut, mehr Vertrauen.

Für wen diese Reise gedacht ist

Diese Erfahrung ist nicht für jeden gedacht.

Wer ein komfortables Retreat sucht, touristische Organisation, klare westliche Standards oder ein spirituelles Erlebnis mit sicherem Abstand zur eigenen Komfortzone, wird an anderen Orten besser aufgehoben sein.

Was ich hier beschreibe, richtet sich eher an Menschen, die etwas anderes suchen. Menschen, die nicht einfach „Ayahuasca machen“ wollen, sondern sich wirklich auf eine Erfahrung einlassen möchten, die traditionell, naturverbunden, roh und manchmal unbequem ist.

Vielleicht bist du hier richtig, wenn dich Fragen wie diese wirklich bewegen:

  • Woher komme ich eigentlich?
  • Warum bin ich hier?
  • Was ist meine Bestimmung in diesem Leben?
  • Wie verlasse ich meine Komfortzone nicht nur in Gedanken, sondern wirklich?
  • Wie durchbreche ich alte Muster?
  • Wie komme ich wieder in Verbindung mit meinem Körper?
  • Wie finde ich zurück zu meiner Seele und zur Natur?
  • Wie kann Heilung geschehen, wenn ich ein Stück Kontrolle abgebe?
  • Wo kann ich traditionelle Pflanzenmedizin erleben, ohne touristische Verpackung?

Was dich dort erwartet, ist nicht Luxus, sondern Einfachheit.

Nicht Bequemlichkeit, sondern Reibung.

Nicht Ablenkung, sondern Begegnung.

Und genau darin kann etwas sehr Wertvolles liegen:

Wachstum, Reinigung, Klarheit, Rückverbindung und die Erfahrung, dass innere Veränderung oft dort beginnt, wo wir aufhören, alles absichern zu wollen.

Meine Rolle

Ich bin kein Schamane und ich verkaufe keine Heilsversprechen.

Ich kenne den Ort, die Menschen, die Sprache und die Realität vor Ort. Ich war selbst dort, habe an Zeremonien teilgenommen, eine Dieta gemacht, im Camp gelebt, mitgearbeitet, geholfen und erfahren, wie roh, schön, widersprüchlich und prägend diese Zeit sein kann.

Wenn du dich für eine solche Reise interessierst, begleite ich dich gerne im Rahmen einer kleinen Gruppe oder individuell – vor der Reise, währenddessen und bei Bedarf auch danach. Nicht als Reiseveranstalter im klassischen Sinn, sondern als jemand, der dir hilft, einen echten Zugang zu finden, dich vorzubereiten, vor Ort anzukommen und die Erfahrung nicht nur zu konsumieren, sondern wirklich zu durchleben und zu integrieren.

Wenn dich das ruft

Wenn du beim Lesen merkst, dass dich nicht nur die Idee, sondern die Wirklichkeit daran anspricht, dann melde dich gern bei mir.

Nicht alles muss sofort entschieden werden.

Manchmal beginnt so eine Reise einfach mit einem ehrlichen Gespräch.