Rückkehr


Ende April bin ich zurück nach Deutschland gekommen. Im Gepäck: viel Fokus, viele Ideen, klare Zielsetzung.

Und dann war es plötzlich, als wäre ich nie weg gewesen.

Die letzten fünf Monate – wo sind die hin? Die Orte, die Menschen, die Erfahrungen – alles da, aber gleichzeitig weit weg. Und ich stehe wieder hier, im gleichen System, in den gleichen Strukturen.

Äußerlich ist vieles gleich geblieben. Innerlich überhaupt nicht.

Das hat mich die ersten Tage ziemlich aus der Bahn geworfen. Dieses Gefühl von: Ich habe mich verändert, aber mein Umfeld sieht aus wie früher. Und irgendwo dazwischen hänge ich gerade.

Was mir direkt geholfen hat: Ich bin nach dem Ankommen erstmal an meinen Kraftort gegangen. Einfach raus, kochen, sein. Kein großes Programm, kein direktes „Weiter machen“.

Und dabei ist mir etwas klar geworden.

Begegnungen sind mir wichtiger geworden. Echte Gespräche, echter Kontakt. Weniger „ich muss jetzt funktionieren“, mehr „ich will wirklich da sein“.

Mein Fokus verschiebt sich gerade deutlich. Weg von abstrakten Ideen, hin zu dem, was ich wirklich teilen will: meine Erfahrung mit Depression, mit Tiefphasen, mit dem, was ich selbst durchlebt habe.

Nicht als Konzept. Sondern als etwas, das ich erlebt habe und weitergeben kann.

Gleichzeitig merke ich: Ich brauche Struktur. Aber keine alte Struktur, in die ich einfach wieder reinrutsche.

Die Aufgabe jetzt ist, mir eine neue zu bauen. Eine, die zu dem passt, was sich verändert hat.

Gerade bin ich genau dazwischen. Noch nicht ganz angekommen, aber auch nicht mehr dort, wo ich war.

Parallel entstehen erste konkrete Dinge: die Webseite wächst weiter, Inhalte sortieren sich, und ich arbeite an einem neuen Netz – ein Modellprototyp an prominenter Stelle.

Es fühlt sich nicht rund an. Aber es ist in Bewegung.

Und vielleicht ist genau das gerade der Punkt.


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