Ich glaube nicht an Zufall. Was ist ist. Es passieren die Dinge, die passieren sollen.
Nicht, weil ich glaube, dass irgendwo außerhalb von mir eine höhere Macht mein Leben plant. Sondern weil ich davon ausgehe, dass die Ursache meiner Erfahrungen in mir selbst liegt.
Für mich ist das Universum nichts Getrenntes von mir. Ich bin ein Teil davon. Oder anders gesagt: Das Universum erfährt sich durch mich selbst.
Der Mensch, den ich Konrad nenne, erlebt sein Leben bewusst nur zu einem kleinen Teil. Der größere Teil läuft unbemerkt im Hintergrund ab. Dort entstehen Gedanken, Überzeugungen, Glaubenssätze und Verhaltensmuster. Sie beeinflussen, wie ich wahrnehme, wie ich entscheide und wie ich handle.
Aus all dem entsteht die Realität, die ich erfahre.
Wenn ich einem Menschen begegne, sprechen viele von Zufall. Ich tue das nicht.
Für mich ist diese Begegnung das Ergebnis unzähliger Entscheidungen – bewusster und unbewusster. Nicht nur meiner eigenen, sondern auch der des anderen. Beide Lebenswege kreuzen sich genau in diesem Moment. Dass ich die Ursachen nicht vollständig erkennen kann, bedeutet für mich nicht, dass es keine gibt.
Ich glaube deshalb nicht, dass mir das Leben einfach widerfährt.
Ich glaube, dass ich kontinuierlich an der Entstehung meiner erfahrenen Realität beteiligt bin. Meistens nicht bewusst, sondern durch die Muster, die in mir wirken.
Deshalb frage ich mich heute seltener, ob etwas Zufall war.
Ich frage mich vielmehr, warum genau diese Erfahrung jetzt Teil meines Lebens geworden ist.
Nicht im Sinne einer Schuldfrage.
Sondern aus Neugier.
Was zeigt sie mir über mich?
Welcher Gedanke, welche Überzeugung oder welches unbewusste Muster könnte dazu beigetragen haben?
Vielleicht werde ich die Antwort nie vollständig finden.
Aber allein diese Frage verändert meinen Blick auf das Leben.
Denn in meinem Weltbild ist Zufall kein Erklärungsmodell.
Zufall ist lediglich der Name für Zusammenhänge, die ich noch nicht erkennen kann.