Ich beobachte, dass viele Menschen dazu neigen, Schuld zuzuweisen. Wann immer Schmerz, Enttäuschung oder Unzufriedenheit entstehen, sucht der Verstand reflexartig nach einem Verantwortlichen im Außen.
Der Nachbar, die Politik, bestimmte Gruppen oder schlicht „die anderen“ – das Ego erschafft sich ein bequemes Feindbild. Durch diese Verschiebung macht es sich der Verstand extrem einfach. Er weist die Verantwortung für das eigene Erleben weit von sich und degradiert sich selbst zum passiven Opfer der Umstände. Doch das ist ein unbewusster Mechanismus. Wer die Schuld im Außen sucht, gibt die Macht über das eigene Erleben an die Welt ab.
Ich glaube an die radikale Eigenverantwortung für das erfahrene Leben. Ich bin verantwortlich für meine Realität. So wie ich denke und bewerte, so erfahre ich die Welt.
Das Außen ist für mich nichts weiter als ein Spiegel meiner inneren Themen. Was mich an anderen Menschen oder Situationen triggert, stört oder wütend macht, zeigt mir lediglich, was in meinem eigenen Inneren noch nicht gesehen, befriedet oder akzeptiert ist. Bin ich friedlich im Innen, erfahre ich Frieden im Außen. Reagiere ich mit Widerstand, Spaltung oder Verurteilung, spiegelt mir die Welt genau diese Unruhe zurück. Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus.
Wenn es in diesem Konzept überhaupt so etwas wie „Schuld“ geben kann, dann trage ich sie ganz allein. Nicht als Last oder Selbstbestrafung, sondern als Erkenntnis: Es sind meine eigenen Gedanken, meine Bewertungen und meine Urteile im Kopf, die mein Erleiden kreieren. Was ich einem anderen antue, tue ich im Grunde mir selbst an.
Deshalb wähle ich den bewussten Weg. Ich übernehme die volle Verantwortung für mein Denken, Fühlen und Handeln. Ich lasse dich in Ruhe und bin in Frieden mit deinem Sein – so wie ich es mit mir selbst bin. Denn am Ende trägt niemand sonst die Verantwortung für meine Welt.
Nur ich.
