Es geht um Perspektiven, Sichtweisen und Blickwinkel – wobei jeder dieser Begriffe im Kern das gleiche beschreibt:
Der Mensch hat eine eigene Sicht auf die Welt, erzeugt durch seine individuelle Wahrnehmung.
Jede – ausnahmslos – Wahrnehmung ist echt und wahr. Sie darf so sein und soll möglicherweise so sein!
Ich nehme an, dass die individuelle Wahrnehmung mit der individuellen Wahrheit gleichzusetzen ist. Was ein Mensch wahrnimmt entspricht seiner Wahrnehmung und gleicht seiner Wahrheit.
Wahrheit ist individuell und relativ. Und sie kann im nächsten Moment anders sein, sich geändert haben.
Gibt es eine innere und äußere Wahrheit und unterscheiden sich diese?
Meine innere Wahrheit entspricht meiner inneren Wahrnehmung und beinhaltet, dass ich alles wahrgenommene akzeptiere (sinngemäß: wertfrei beobachten und annehmen). Dazu zähle ich meine Sinneswahrnehmung und das, was mein „Ich“ denkt: meine Gedanken.
Ich möchte den Fokus speziell auf die Gedanken legen: Sie erscheinen plötzlich und willkürlich, mein Ego spricht, meine Stimme meldet sich. Welchen Einfluss habe ich auf das Erscheinen dieser Gedanken? Vermutlich keinen, irgendetwas im Hintergrund würfelt und „die Stimme“ spricht es aus, still, im Innen, nur für mich hörbar.
Hier kommt das Thema Verantwortung dazu: wie gehe ich mit meinen Gedanken um, wie reagiere ich auf sie, welche Handlung folgt? Agiere ich automatisch (unbewusst) oder bewusst, bewusst nicht? Ich sehe mich in der Verantwortung für das, was in mir selbst geschieht und wie ich damit umgehe. Bin ich im Widerstand mit mir oder lasse ich jeglichen Gedanken zu, wie stehe ich zu ihnen – ohne zu zweifeln oder zu fragen woher sie kommen, wo sie entstanden sind?
Ich habe gelernt, ehrlich und echt zu mir zu sein und alle Gedanken wertfrei zuzulassen. Ich begrüße meine Facetten und Eigenarten ohne Zweifel – eine Handlung ist nicht automatisch damit verbunden! Ich entscheide was ich mit den Gedanken mache und welche Handlung folgt.
Das verstehe ich unter innerer Wahrheit. Die eigene Perspektive – egal wie sie aussehen mag – annehmen. Siehe Puzzle.
Ich nehme mich selbst an, so wie ich bin, wie ich denke, wie ich aussehe, wie ich wahrnehme, …
Ich bin ehrlich zu mir.
Das könnte auch meine absolute Wahrheit sein. Mit dem Wissen, dass diese absolute Bestätigung/Wahrheit wiederum erneut aus oder mit dem Ich geschieht, also relativ ist.
Die Äußere Wahrheit hat für mich folgende Bedeutung:
Meine eigene innere Wahrheit aussprechen.
Dir diese mitteilen, dich an meiner Wahrnehmung Teil haben lassen: Du erfährst von mir was ich wahrnehme.
Das führt zum Thema: Fremdsicht.
Das Mitteilen meiner Wahrheit ist verbunden mit einer liebevollen und gut-gemeinten Intention. Denn was ich dir tue, füge ich mir zu. Also trete ich dir gegenüber liebevoll und wahrhaftig auf, ohne Manipulation oder missbräuchliche Absicht, denn das fällt auf mich zurück, bzw. würde auf mich zurückfallen.
Heute lege ich gerne alle Karten auf den Tisch. Ich habe verstanden, dass es schwer fällt, in Unwahrheiten zu leben. Es ist es mir nicht mehr wert, falsche Tatsachen vorzuspielen oder Fakten zu vertuschen, siehe vorheriger Absatz.
Alle Karten auf den Tisch, meine Wahrheit vor dir ausbreiten, so offen als nur möglich. Damit du die Beste und ehrlichste Version von mir zu sehen bekommst.