Bewusstsein


Alles, was erlebt wird, setzt Bewusstsein voraus. Jeder Gedanke, jedes Gefühl, jede Körperempfindung und jede Wahrnehmung erscheint innerhalb eines Bewusstseins. Ohne Bewusstsein gäbe es keine Erfahrung einer Welt – unabhängig davon, wie diese Welt außerhalb der eigenen Erfahrung beschaffen sein mag.

Bewusstsein ist deshalb kein weiteres Objekt innerhalb der Wirklichkeit. Es besitzt keine Form, keine Farbe und keinen festen Ort. Vielmehr ist es die Voraussetzung dafür, dass überhaupt etwas erscheinen kann. Gedanken erscheinen darin. Gefühle erscheinen darin. Auch der eigene Körper wird nur innerhalb des Bewusstseins erfahren.

In diesem Sinne besitzen wir Bewusstsein nicht. Wir erleben innerhalb von Bewusstsein.

An diesem Punkt enden jedoch bereits die gesicherten Aussagen. Was Bewusstsein seinem Wesen nach ist, bleibt eine offene Frage. Philosophie, Neurowissenschaft, Psychologie und spirituelle Traditionen geben darauf unterschiedliche Antworten.

Meine eigene Erfahrung führt mich zu einer bestimmten Sichtweise.

Ich glaube nicht, dass Bewusstsein ausschließlich vom Gehirn erzeugt wird. Für mich wirkt das Gehirn eher wie ein Empfänger oder Ausdruck einer tieferliegenden Wirklichkeit. Bewusstsein erscheint mir als etwas Grundlegendes, das allem Leben vorausgeht und sich in jedem einzelnen Menschen auf einzigartige Weise ausdrückt.

Deshalb glaube ich auch nicht, dass Bewusstsein mit dem Tod des Körpers vollständig verschwindet. Der Körper vergeht. Gedanken verstummen. Erinnerungen lösen sich möglicherweise auf. Doch das, was all dies erfahren hat, halte ich für grundlegender als die einzelnen Inhalte der Erfahrung.

Ob diese Annahme richtig ist, kann ich nicht beweisen. Sie ist keine wissenschaftliche Aussage, sondern meine gegenwärtige Arbeitshypothese.

Sie erklärt für mich jedoch viele weitere Gedanken, die auf dieser Webseite beschrieben werden: den Beobachter, den Verstand, das Ich, Gedanken, Wahrnehmung und letztlich die Frage, wie Realität entsteht.

Vielleicht beschreibt Alan Watts diesen Gedanken besonders treffend:

„Through our eyes, the universe is perceiving itself. Through our ears, the universe is listening to its harmonies. We are the witnesses through which the universe becomes conscious of its glory.“

Ob man dieses Grundprinzip Bewusstsein, Geist, Natur, Universum oder anders nennt, spielt für mich eine untergeordnete Rolle. Entscheidend ist die Frage, ob Bewusstsein nur ein Produkt der Materie ist – oder ob Materie innerhalb von Bewusstsein erscheint.

Diese Frage bildet das Fundament aller weiteren Gedanken auf dieser Webseite.


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