Intention


Ich glaube, dass jedem Gedanken, jedem Gefühl und jeder Handlung eine Intention zugrunde liegt. Nicht nur meinen bewussten Entscheidungen, sondern auch den unbewussten Prägungen, Glaubenssätzen und Mustern, die mein Leben beeinflussen. Diese Intention ist mir häufig gar nicht bewusst. Trotzdem glaube ich, dass sie ständig wirkt und meinem Erleben eine Richtung gibt.

Für mich lassen sich diese grundlegenden Intentionen auf zwei Richtungen reduzieren: Liebe oder Angst. Ich verwende diese Begriffe nicht im religiösen oder moralischen Sinn. Sie beschreiben für mich zwei unterschiedliche Arten, dem Leben zu begegnen.

Liebe bedeutet für mich Offenheit. Sie vertraut. Sie verbindet, statt zu trennen. Sie lässt Veränderung zu, statt sie zu bekämpfen. Sie sucht Verständnis statt Schuld, Begegnung statt Abgrenzung und Entwicklung statt Stillstand. Liebe handelt nicht aus Mangel, sondern aus dem Gefühl heraus, dass das Leben grundsätzlich getragen ist.

Angst bewegt sich in die entgegengesetzte Richtung. Sie möchte schützen, kontrollieren und festhalten. Sie bewertet, vergleicht und verteidigt. Sie sucht nach Sicherheit, weil sie Verlust, Schmerz oder Unsicherheit vermeiden möchte. Angst zieht Grenzen, wo Liebe Verbindung sucht. Sie richtet den Blick stärker auf das, was fehlen oder verloren gehen könnte.

Ich glaube, dass diese beiden Intentionen weit unterhalb meines bewussten Denkens wirken. Sie beeinflussen, wie ich Situationen wahrnehme, welche Bedeutung ich ihnen gebe und welche Gedanken daraus entstehen. Erst danach folgen Entscheidungen und Handlungen. Deshalb interessiert mich weniger das sichtbare Verhalten als die Intention, aus der es hervorgeht.

Für mich sind Liebe und Angst deshalb keine bloßen Gefühle. Sie sind die beiden grundlegenden Bewegungsrichtungen, aus denen heraus ich die Welt erlebe.

Die Intention gibt meinem Denken, Fühlen und Handeln seine Richtung.


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